Es gibt sie noch – Neuigkeiten aus dem Merseburger Petrikloster

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Es gibt sie noch – Neuigkeiten aus dem Merseburger Petrikloster

Teilansicht des Grabungsfeldes mit Fundamentresten der Kirchen

Seit fast einem Jahr ist pandemiebedingt unsere Vereinstätigkeit stark eingeschränkt. Wir alle sehnen uns danach, aktiv mit Veranstaltungen oder auch mit der weiteren Gestaltung des Klostergeländes wieder loslegen zu können.

Trotz alledem hat sich unter Beachtung der Regelungen zu Corona einiges im Petrikloster getan.

In unserem Sommerremter wurde begonnen, dass Mauerwerk neu zu verfugen und schadhafte Stellen auszubessern. Neue Elektroverteiler sind angebracht, Leitungen verlegt und fast alle nutzbaren Räume sind mit Beleuchtung ausgestattet.

Ein vorgesehener Aufenthaltsraum für Handwerker wurde vorbereitet, mit Fußboden versehen und ist jetzt einsatzbereit.

Aufenthaltsraum für Handwerker

Das schöne Wetter hat uns natürlich wieder in unser Grabungsfeld gelockt. Geschichtlich ist dort einer der bedeutendsten Orte Merseburgs. An dieser Stelle gab es im 6 – 8. Jahrhundert eine heidnische Kapelle, im 9. Jahrhundert eine Fränkische Kirche und von ca. 1012-1563 die sogenannte Peterskirche, welche in ihrer Größe dem Merseburger Dom kaum nachstand.

In den Jahren 1907-1913 wurden ersten Ausgrabungen vorgenommen und im Jahr 1930 nach weiteren Ausgrabungen entstand dort das erste Deutsche Freilichtmuseum. Seit geraumer Zeit sind Mitglieder intensiv beschäftigt, diese schon im Laufe der Jahre begonnenen Flächen mit den Fundamenten der alten Kirchen und das Umfeld mit Gräbern weiter freizulegen.

Unmengen von Müll, welcher im Laufe der Jahrzehnte dort verkippt wurde, ist aus dem Grabungsfeld herausgeschafft worden. Nachdem bereits im vorigen Jahr das vermutliche Grab des Klostergründers Bischof Werner von Merseburg gefunden wurde, nahmen sich die Mitglieder die Zeit trotz der vielen Arbeit, welche im Grabungsfeld reichlich vorhanden ist, nach weiteren verschollenen Stellen mit Gräbern zu recherchieren.

Nach Hinweisen unseres unterstützenden Denkmalschützers und Erkenntnissen aus vorhandenen Recherchematerial, wagten wir uns an eine bestimmte Stelle. Wir hatten Glück und konnten zwei sogenannte Kopfnischengräber freilegen. Bei der Suche sind wir noch auf ein Teilstück einer Sonnenuhr und einen größeren versteinerten Holzstamm gestoßen.

Hier hat sich, die von Mitgliedern betriebene Recherchearbeit, dass Zusammenlegen von vorhandener Literatur und der virtuelle Gedankenaustausch bewährt. Insgesamt hat die Gruppe ca. 60 literarische Quellen zusammengetragen. Diese werden ausgewertet und in die Vereinsarbeit eingebracht.

Fundstück – Teil einer Sonnenuhr

Wenn man das Grabungsfeld jetzt betrachtet, kann man behaupten, indem jetzigen Zustand hat es seit ca. 80 Jahren noch niemand so gesehen. Ziel soll es sein, dass erschlossene Grabungsfeld Besuchern zugänglich zu machen und ein Stück Merseburger Geschichte zu erhalten.

Als ein kleiner Beitrag für in unserer Natur lebenden Vögel wurden Nistkästen und Futterstellen gebaut und angebracht.

Unsere aktiven Mitglieder der Imkergruppe haben derzeit ihren Blick auf die Bienen, welche bereits jetzt schon unterwegs sind. Damit sie sich bei uns wohlfühlen, werden wir auf unserer Bienenterrasse verstärkt die Aussaat von Wild -/ und Blumenpflanzen vornehmen.

Einige unserer Kräuterbeete werden demnächst rekonstruiert. Hier hat uns ein Merseburger Bürger freundlicher Weise geschnittene Zweige von Kopfweiden zur Verfügung gestellt. Dafür nochmals herzlichen Dank.

Bleibt zu hoffen, dass baldmöglichst Normalität in den Alltag wieder einzieht, dass wir gemeinschaftlich wieder loslegen können