„Neue Kultur in altem Gemäuer – Rettung und Wiederbelebung des Merseburgers Petersklosters“

Gastspiel der Merseburger Petrimimen in Friedensdorf
03/03/2019
Aus unserem Klosterleben – Die Theatergruppe
09/03/2019
alle anzeigen

„Neue Kultur in altem Gemäuer – Rettung und Wiederbelebung des Merseburgers Petersklosters“

Neue Kultur in altem Gemäuer – Rettung und Wiederbelebung des Merseburgers Petersklosters“

Unser gemeinnütziger Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, das Peterskloster in Merseburg nicht nur wieder zu beleben, sondern es vielmehr dauerhaft als Ort kulturellen und künstlerischen Treibens zu erhalten, seinen baulichen Zustand Schritt für Schritt zu verbessern und auch unserer sozialen Verantwortung gerecht zu werden. Das alles machen wir ausschließlich ehrenamtlich. Aber warum eigentlich?

 

Unser Kloster gilt mit seiner über 1200-jährigen Geschichte als die Keimzelle der Stadt Merseburg und besitzt große Bedeutung für die Geschichte der Stadt und ihres Umlandes. Nach jahrzehntelangem Leerstand, Vandalismus und gescheiterten Nutzungsversuchen befand sich das wertvolle Bauwerk in katastrophalem Zustand und das wollen wir ändern!

Die Stadt hat das Grundstück mit diesen historischen Baulichkeiten vor 100 Jahren aus Privathand für kulturelle Zwecke geschenkt bekommen. Eine letzte kulturelle Nutzung des Klosters fand jedoch von 1951-1960 in Form eines hier eingerichteten Heimatmuseums statt.

Unser Förderkreis Klosterbauhütte Merseburg e.V. möchte das Kloster in das kulturelle Leben der Stadt und der Region einbinden. Damit haben wir gleich nach der Gründung der Klosterbauhütte am 29. November 2012 begonnen (damals waren es übrigens 22 Gründungsmitglieder). Zunächst als „Bespielung von außen“ mündete das Engagement des Vereins in eine Erweiterung des kulturellen Angebotes der Stadt Merseburg. Historische Stadtführungen und Kräuterwanderungen mit dem Kloster als zentralem Element, die erste Öffnung des Klosters (seit Schließung des Heimatmuseums) zum Merseburger Zauberfest 2013 sowie Märchen-stunden für die kleinen Bürger Merseburgs im historischen Gewölbekeller waren unsere ersten Schritte und zeigten das Potential des Vereins und des Klosters als Ort von Kunst und Kultur.

Begleitet durch die schrittweise Instandsetzung wird das Kloster seit Gründung des Vereins dem jeweiligen baulichen Zustand angemessenen mit Kunst und Kultur bespielt. Die Zusammensetzung der Klosterbauhütte aus Mitgliedern aller Altersgruppen und sozialen Schichten ist dabei eine wesentliche Stärke. Und so liegt es uns besonders am Herzen, Menschen unabhängig ihrer Religion, ihres Alters, ihres kulturellen oder sozialen Hintergrundes im Kloster zu Merseburg zu vereinen. Aktuell sind wir 112 Vereinsmitglieder im Alter von 16 bis 82 Jahren. Unsere Ideen sind dabei nahezu unerschöpflich, besonderes Augenmerk liegt jedoch darauf, für ein breites Publikum interessante Veranstaltungen zu bieten und die Bewohner Merseburgs und der Region zum Mitmachen aufzurufen.

Unser Ziel ist es daher langfristig dafür zu sorgen, mit unserem kulturellen Angebot auch die Merseburger aus ihren Häusern zu locken, welche bisher nur selten mit Kunst und Kultur in Kontakt kamen. Nach einem Jahr der Vorbereitungen haben wir dann im Dezember 2013 endlich einen Nutzungsvertrag mit der Stadt Merseburg abgeschlossen, auf dessen Grundlage unser ganzes Treiben basiert. Denn die Stadt ist und bleibt Eigentümer des Klosters. Als allererstes haben wir dann ein großes Benefizkonzert veranstaltet „Junge Musik in altem Gemäuer“ – ein Jazzkonzert zur Merseburger Museumsnacht war gleich ein voller Erfolg.

 

Erste bauliche Schritte

 

Wir haben das Kloster komplett entkernt und in einem schlechten Zustand übernommen, außer Schutt gab es da nicht viel. Um unser Kloster für Veranstaltungen nutzen zu können, war es zunächst unerlässlich den ganzen Schutt wegzuräumen und den Sommerrempter des Klosters als angemessenen Veranstaltungsraum herzurichten. Dafür haben wir eine Bühne und einen Fußboden eingebaut, einen zweiten Fluchtweg geschaffen und die Empore gesichert.

Außerdem musste das Außengelände erst wieder zugänglich gemacht werden, denn dort konnte man kaum treten, so zugewuchert war der Garten.

Schritt für Schritt folgten dann weitere Projekte, insgesamt sind schon über 300.000 Euro für den Erhalt unseres Klosters investiert worden 

  • Einbau eines Fußbodens im Winterrempter
  • Bau von Hochbeeten nach historischem Vorbild
  • Freilegung eines Zugangs zu den ehemaligen Luftschutzgängen unter dem Friedhof im Keller des Klosters
  • Restaurierung des barocken Dachstuhls über dem Wirtschaftsflügel:
    • Unser bisher größtes Bauprojekt hat uns auch ganz schön Nerven gekostet. Denn zunächst hatten wir das Angebot der Stadt, dass zum Jahresende freiwerdende Fördermittel in Höhe von 160.000Euro für unser Kloster eingesetzt werden könnten – vorausgesetzt wir schaffen es, den dafür nötigen Eigenanteil von 80.000 Euro zu stellen. Mit dem Stadtrat einigten wir uns darauf, dass wir zwei Drittel des Eigenanteils sammeln und die Stadt dann das letzte Drittel dazu gibt. Mit unserer bisher größten Spendensammlung haben wir es geschafft und schließlich 53.333 Euro an die Stadt gespendet. Trotz einiger Verzögerungen und Probleme aufgrund der Finanzkrise der Stadt konnten dann irgendwann die Bauarbeiten beginnen und der Dachstuhl schrittweise saniert werden. Es stellte sich dann heraus, dass das Geld nicht reichen würde und so starteten wir eine erneute Spendensammlung, die schließlich dazu führte, dass die Baumaßnahmen abgeschlossen werden konnten. Damit wurde gleichzeitig die Grundlage geschaffen, auch den Wirtschaftsflügel des Klosters nutzen zu können.
  • Einbau eines Innenofens im Winterrempter
    • Lange Zeit konnten wir unser Kloster in den Wintermonaten nicht nutzen, weil es einfach zu kalt war. Um das zu ändern beschlossen wir einen Ofen in den Winterrempter einzubauen. Der Schornstein hierfür war noch von früher vorhanden und konnte instandgesetzt werden. Seit 2018 können wir nun auch in der kalten Jahreszeit kleine Veranstaltungen in einem schön warmen Winterrempter durchführen. Übrigens haben es die Mönche früher genauso gemacht – auch sie zogen sich wenn es kälter wurde in den kleineren, leichter beheizbaren Winterrempter zurück.
  • Anschlüsse von Strom, Wasser und Abwasser
  • Freilegung der „Bienenterrasse“ und Anlegung eines Stellplatzes für unsere Bienenbeuten

 

Aktuelle Projekte:

  • Freilegung des historischen Grabungsfeldes
    • Im Außengelände des Klosters wurden bei Ausgrabungen Anfang des 20. Jahrhunderts Mauerreste der ehemaligen Klosterkirche gefunden, die nach der Säkularisation des Klosters abgerissen worden war. Hier wurden übrigens auch Belege für eine über 7.000-jährige Siedlungsgeschichte in Merseburg gefunden und damit trägt unser Kloster zurecht den Beinamen „Keimzelle der Stadt“. Unsere Mitglieder habe nun damit begonnen, die schon lange überwucherten Mauerreste wieder freizulegen, damit wir diese unseren Besucher zeigen können.
  • Einbau provisorischer Toiletten
    • Für die großen und kleinen Bedürfnisse unserer Besucher konnten wir bisher nur auf Dixi-Toiletten zurückgreifen, nun haben wir uns aber dafür entschieden, provisorische Toiletten in den Wirtschaftsflügel des Klosters einzubauen. Die Baumaßnahmen haben bereits begonnen und zur Merseburger Museumsnacht sollen die Toiletten eingeweiht werden.
  • Bau eines Lehmbackofens
    • Im Außengelände soll ein Lehmbackofen entstehen, der es uns zum einen ermöglichen wird, alte Handwerke darzustellen oder auch mit Kindergruppen selbst auszuprobieren und auch leckere Speisen für unsere Gäste herzustellen. Die dafür benötigte Bodenplatte wurde bereits gelegt, baldmöglichst soll nun der Ofen folgen.
  • Neuverfugung der Mauern im Winterrempter
  • Gestaltung des Bereiches vor dem Kloster

Die Mitglieder unseres Vereins sind sich bewusst, dass unser Projekt einen langen Atem erfordert und schauen voll Tatendrang auf die kommenden Herausforderungen. Wir freuen uns dabei über jede Unterstützung!

 

Wie kann man uns unterstützen?

Es gibt ganz viele Möglichkeiten uns zu unterstützen und dadurch Teil unseres tollen Projektes zu werden:

 

  • Mitglied werden – ist ganz leicht und einbringen kann sich jeder, so wie er es kann und möchte. Bei uns gibt es keine Pflichtstunden oder festen Verbindlichkeiten, sondern es ist auch völlig ok, wenn man mal nicht kann oder nur ab und zu mal zum Helfen mit dabei ist.

 

  • Fördermitglied werden – wer gar keine Zeit hat, uns aber trotzdem regelmäßig unterstützen möchte, der kann als Fördermitglied einen selbstgewählten, regelmäßigen Beitrag zu unserer Vereinsarbeit leisten.

 

  • Spenden – obwohl wir versuchen so viel wie möglich in Eigenleistung zu machen, brauchen wir natürlich trotzdem gerade für größere Bauprojekte, Materialien und vieles mehr das nötige Geld, mit einer Spende egal in welcher Höhe helfen Sie uns sehr und von der Steuer absetzen können Sie die Spende auch. Eine Spendenbescheinigung stellen wir gerne aus!

 

  • Sachspenden – manchmal hat man ja etwas, was wir für unsere Vereinsarbeit benötigen, bitte sprechen Sie uns einfach an, wenn Sie denken, dass Sie etwas in ihrem Besitz haben, was Sie uns gerne überlassen möchten.

 

  • Mitmachen – man muss nicht Mitglied werden, um einfach mal dabei zu sein und zu helfen. Regelmäßige Arbeitseinsätze stehen im Jahresverlauf auf unserem Plan und da kann jeder gerne einfach vorbeikommen und mitmachen. Jede helfende Hand ist gerne willkommen!

 

  • Veranstaltungen besuchen und weitersagen – besuchen Sie uns zu unseren bunten Veranstaltungen und erzählen Sie anderen von unserem tollen Projekt!

 

 

  • Geschenke spenden – manch einer hat uns schon genau damit überrascht, dass er zu einer persönlichen Feier auf Geschenke verzichtete und stattdessen seine Gäste bat, für unser Kloster zu spenden.

 

  • Nachlassspende – auch diese Möglichkeit verbreitet sich immer mehr, selbst mit seinem Erbe noch Gutes tun.

 

  • Eigene Ideen – wenn Sie eigene Ideen haben, wie Sie uns unterstützen könnten, dann sprechen Sie uns einfach an!

 

 

Wir freuen uns über jede Hilfe, denn nur so kann ein Projekt wie unseres langfristig bestehen und wachsen.