Vermuteter Standort des Grabes von Bischof Werner, dem Gründer des Klosters Bischof Werner wird in schriftlichen Überlieferungen als der zwölfte Bischof erwähnt, mit einer Amtszeit von 1063 bis zu seinem Todestag am 11. Januar 1093. Sein Geburtsdatum ist leider nicht bekannt. Ebenso verhält es sich mit dem Todestag, welcher auch auf die Jahre 1102 / 1103 hinweisen.
Bischof Werner weihte am 01. August 1091 die umgebaute Peterskirche mit dem Magdeburger Erzbischof zur Klosterkirche und besiedelte das Kloster mit 30 Mönchen aus dem Kloster Münsterschwarzach.
Werner war auch politisch aktiv, er unterstützte den Sachsenaufstand und war im Investiturstreit Anhänger des Gegenkönigs Rudolf von Rheinfelden, der 1080 nach der Schlacht bei Hohenmölsen fiel. Im Investiturstreit standen sich Heinrich IV. und Papst Gregor VII gegenüber, die darüber stritten, wer die Macht haben sollte, Bischöfe und andere Kirchenmänner zu bestimmen.
Nach dem Tod von Rudolf von Rheinfelden ließ Bischof Werner ihn zu Ehren im Merseburger Dom unter einer bronzenen Grabplatte beerdigen, die in ihrer Art einzigartig war.
Bei Grabungsarbeiten im Jahr 1930 durch den halleschen Architekten Alfred Koch auf dem Gelände des Merseburger Petriklosters wurde diese Grabstelle während der Fortführung von Grabungen und Erkundungen, die bereits 1910-1918 von der Kaufmannsfrau und Archäologin Adele Baumann Sayd durchgeführt wurden, freigelegt.
Der Geschichtsschreiber Ernst Brotuffs war Augenzeuge dieses Grabes. In seiner Merseburger Bischofschronik aus dem 16. Jahrhundert ist dies nachzulesen.
Anhand dieser Chronik konnte die Grabstelle mit großer Wahrscheinlichkeit bestimmt werden. Es ist geschrieben, dass“ dieser Wernherus in der Mitte der Kirche St.Petri unter vier weisen Marbelsteinen begraben sei „. Diese Marmorsteine befanden sich im Kirchenfußboden. Leider sind sie, wie vieles andere hier, verschwunden.
Es handelt sich um ein Kopfnischengrab, das in Mitteleuropa zu dieser Zeit üblich war.
Bei der Öffnung des Grabes wurde ein Skelett gefunden.
Es konnte nicht nachgewiesen werden, ob es sich um die sterblichen Überreste von Bischof Werner handelt. Untersuchungen ergaben, dass die Größe nicht mit den Erkenntnissen zu Bischof Werners Körperbau übereinstimmten. Somit deutete alles auf eine Folgebestattung hin. Zu dieser Zeit war es üblich, vorhandene Gräber in Kirchen mehrmals zu nutzen.
Im Jahr 2020 haben Mitglieder des Vereins Förderkreis Klosterbauhütte Merseburg e.V. das vollständig unter Müll und Bauschutt verschwundene Grab wieder freigelegt und saniert.
Werner ist im ökumenischen Heiligenlexikon als besonders verehrter Heiliger in der römisch-katholischen Kirche vermerkt.
Der 11. Januar wird kalendarisch jährlich als „Werner Tag“ gefeiert.
Literaturquellen:
Ernst Brotuff, Merseburger Bischofschronik 1136
„Das hohe Grab des Bischofs Werner entdeckt“ Alfred Koch, Hallische Nachrichten, 04. September 1930